Wandern zu duftenden, wilden Kräutern

Im August haben wir uns in Warmbad Villach rund um die Napoleonwiese, auch dieses Gebiet gehört ja noch zum Naturpark Dobratsch, umgesehen nach duftenden und wilden Kräutern. Sehr weit sind wir in den über zwei Stunden dauernden Wanderungen nicht gekommen, denn schon auf kleinsten Flecken fanden wir eine reichliche Auswahl...

 

Bereits im Kurpark machte uns Martina Rudackij aufmerksam auf zwei besondere Pflanzen, die dort zur Zierde blühen:

Fette Henne

Die Fette Henne ist ein einheimisches Gegenstück zur Aloe Vera, sie spendet kühle Feuchtigkeit, etwa wenn man das dünne Häutchen an der Unterseite des Blattes entfernt und auf die Haut legt.

Achtung: erst in der Armbeuge testen, falls eine Allergie vorliegt!

Frauenmantel

Der Frauenmantel stößt bei Wasserüberschuss sogenannte Guttationstropfen ab, die morgens am Blattrand stehen und die sich oft in der Mitte des großen Blattes sammeln, wo dann ein großer Wassertropfen wie ein Vorrat gehalten wird, bis die Pflanze, etwa mittags, wenn es heiß ist, das restliche Wasser wieder aufnimmt. Diese Wassertropfen sind kein Tau, sie werden von der Pflanze abgegeben und beinhalten Wirkstoffe, die sie auf dem Weg durch die Pflanze aufgenommen haben. Früher sah man manchmal Frauen, die sich die Pflanzenwirkung auf den Wasserhaushalt zunutze machen wollten, mit Phiolen die Tropfen sammeln - was übrigens viele von ihnen auf den Scheiterhaufen brachte zur Zeit der Hexenverfolgung!

Einige Wildkräuter...

... die man am Waldrand und auf Wiesen finden kann:

 

  • Die Bergminze hat das intensivste Minzenaroma - suchen und verkosten lohnt sich unbedingt!

 

  • Beim Thymian, den man überall finden kann, schmecken die Blätter, also das Kraut, anders als die Blüten, die auch "Bergzimt" genannt werden. Beide Pflanzenteile eignen sich besonders für Kräutersalz.

 

  • Die Nelkenwurz ist ein Rosengewächs, sie hat fünf Blütenblätter und ihre Wurzel, die wie Nelken riecht, wird auch wie Nelken verwendet - und zwar wie der Name sagt nur die Wurzel! Früher verwendet etwa zum Draufbeissen als Notfallmedizin.

 

  • Die Früchte des Weinbergslauch schmecken tatsächlich nach Knoblauch...

 

Auch über viele andere Pflanzen haben wir Interessantes erfahren. Das Eisenkraut wächst etwa dort, wo früher Schlachten waren und es macht - unter der "Rüstung" getragen - hieb- und stichfest. Das Kunigundenkraut zeigt an, wo Wasser ist. Den Teufelszwirn haben wir gesehen. Und schließlich haben wir überlegt, wie viele Pölster man wohl mit den Blüten der Disteln füllen könnte.

Eisenhut

Daneben haben wir die giftigste einheimische Pflanze vorsichtig begutachtet - der Eisenhut man soll ihn am besten gar nicht berühren, das Gift wirkt auch schon bei Hautkontakt! Die Blüten des Eisenhutes sehen aus wie Helme über grimmigen Soldatengesichtern an der Schwelle des Todes...

Früher haben übrigens die Bauern die Wiesen von giftigen Pflanzen, wie etwa auch dem Hahnenfuß befreit, um zu verhindern, dass diese ins Heu gelangen und schließlich nicht nur den Tieren schaden, sondern über die Milch auch den Menschen.

Witwenblume

Die Witwenblume hat Ihren Namen auch aus alten Zeiten, Witwen mussten ein Trauerjahr einhalten, in dieser Zeit durfte man Ihnen eigentlich nicht den Hof machen. Doch diese unscheinbare Blume - in "kirchlicher" Farbe - war ein unschuldiger Liebesbeweis, den ein Mann einer Witwe trotzdem schenken durfte, um sich einen Platz im Herzen der Angebeteten zu "reservieren"...

Zurück